mariano barbacid

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Mariano Barbacid ist ein renommierter spanischer Molekularbiologe und Krebsforscher, der 1949 in Madrid geboren wurde. Er erlangte internationale Anerkennung durch die Entdeckung des ersten menschlichen Onkogen im Jahr 1982, das in Blasenkrebs-Zellen identifiziert wurde. Diese bahnbrechende Entdeckung revolutionierte das Verständnis der genetischen Grundlagen von Krebs und trug wesentlich zur modernen Onkologie bei. Barbacid hat seine Karriere hauptsächlich in den USA verbracht, kehrte aber später nach Spanien zurück, um dort die Krebsforschung voranzutreiben.

Die bedeutendste Entdeckung Barbacids war die Identifikation des ersten aktivierten Onkogen beim Menschen, konkret einer mutierten Form des RAS-Gens in Blasenkrebs-Zellen. Diese Entdeckung zeigte erstmals, dass eine einzelne Punktmutation in einem Gen ausreichen kann, um normale Zellen in Krebszellen zu verwandeln. Das RAS-Gen gehört heute zu den am besten untersuchten Onkogenen und ist bei etwa 30% aller menschlichen Krebserkrankungen mutiert. Diese Pionierarbeit legte den Grundstein für die Entwicklung zielgerichteter Krebstherapien und das molekulare Verständnis der Krebsentstehung.

Barbacid begann seine wissenschaftliche Laufbahn in Spanien, verbrachte aber den Großteil seiner produktivsten Forschungsjahre in den Vereinigten Staaten. Er arbeitete am National Cancer Institute (NCI) der National Institutes of Health, wo er seine bahnbrechenden Entdeckungen zu Onkogenen machte. Später leitete er Forschungsabteilungen bei privaten Pharmaunternehmen wie Bristol-Myers Squibb. Im Jahr 1998 kehrte er nach Spanien zurück und wurde Direktor des Centro Nacional de Investigaciones Oncológicas (CNIO) in Madrid, wo er weiterhin zur Krebsforschung beitrug.

Mariano Barbacid wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen mit zahlreichen prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt. Dazu gehören unter anderem der renommierte Jiménez Díaz-Preis und der Príncipe de Asturias-Preis für Wissenschaft und Technik, eine der höchsten Auszeichnungen Spaniens. Er ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien und wurde für seine Beiträge zur Krebsforschung international anerkannt. Seine Arbeit hat nicht nur das wissenschaftliche Verständnis erweitert, sondern auch die Grundlage für neue therapeutische Ansätze in der Krebsbehandlung geschaffen.

Barbacids Entdeckung der RAS-Onkogene hat die Entwicklung der personalisierten Krebsmedizin maßgeblich beeinflusst. Seine Forschung ermöglichte es, Krebs als genetische Erkrankung zu verstehen und ebnete den Weg für zielgerichtete Therapien, die spezifische molekulare Veränderungen in Tumorzellen angreifen. Obwohl RAS-Proteine lange Zeit als 'undruggable' galten, führte das durch Barbacid geschaffene Wissen letztendlich zur Entwicklung moderner RAS-Inhibitoren. Seine Arbeit hat die onkologische Forschung weltweit inspiriert und trägt bis heute zur Entwicklung innovativer Krebsbehandlungen bei.