rsv virus

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Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein hochansteckender Erreger, der die Atemwege befällt und besonders bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Erkrankungen verursachen kann. Das Virus verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen sowie durch direkten Kontakt mit kontaminierten Oberflächen. Eine Ansteckung erfolgt typischerweise, wenn virushaltige Tröpfchen auf Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen gelangen. RSV ist weltweit verbreitet und tritt in gemäßigten Klimazonen vor allem in den Wintermonaten auf, wobei nahezu alle Kinder bis zum Alter von zwei Jahren mindestens einmal mit dem Virus in Kontakt kommen.

Eine RSV-Infektion beginnt meist mit erkältungsähnlichen Symptomen wie Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und leichtem Fieber. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann sich die Erkrankung zu einer Bronchiolitis oder Lungenentzündung entwickeln, erkennbar an erschwerte Atmung, pfeifenden Atemgeräuschen, schneller Atmung und eingezogenen Rippenzwischenräumen. Betroffene Babys können zudem Trinkschwäche, Reizbarkeit und in schweren Fällen bläuliche Verfärbungen der Haut zeigen. Bei älteren Kindern und gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meist mild und ähnelt einem gewöhnlichen Atemwegsinfekt. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen können jedoch ebenfalls schwerer erkranken.

Säuglinge unter sechs Monaten tragen das höchste Risiko für schwere RSV-Verläufe, insbesondere Frühgeborene und Neugeborene mit unreifen Lungen. Kinder mit chronischen Lungenerkrankungen, angeborenen Herzfehlern oder einem geschwächten Immunsystem sind ebenfalls stark gefährdet und benötigen oft eine Krankenhausbehandlung. Ältere Erwachsene ab 65 Jahren sowie Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Auch Personen mit stark geschwächtem Immunsystem, etwa durch Chemotherapie oder Organtransplantationen, können schwer an RSV erkranken.

Die Behandlung einer RSV-Infektion erfolgt in den meisten Fällen symptomatisch, da keine spezifische antivirale Therapie für alle Patienten verfügbar ist. Bei milden Verläufen helfen ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ruhe, fiebersenkende Mittel und das Freihalten der Atemwege durch Nasenspülungen oder abschwellende Nasentropfen. Schwer erkrankte Kinder benötigen oft eine stationäre Behandlung mit Sauerstoffgabe, intravenöser Flüssigkeitszufuhr und engmaschiger Überwachung der Atmung. In sehr schweren Fällen kann eine Beatmung notwendig werden, und bei Hochrisikopatienten kommen manchmal spezielle monoklonale Antikörper zum Einsatz. Antibiotika helfen nicht gegen das Virus selbst, werden aber bei bakteriellen Zusatzinfektionen eingesetzt.

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist gründliches Händewaschen mit Seife, insbesondere vor dem Kontakt mit Säuglingen und nach dem Naseputzen oder Husten. Erkrankte Personen sollten den engen Kontakt zu Risikogruppen meiden und beim Husten oder Niesen ein Taschentuch oder die Armbeuge verwenden. Oberflächen und Spielzeuge sollten regelmäßig gereinigt werden, da RSV auf Gegenständen mehrere Stunden überleben kann. Für Hochrisiko-Säuglinge wie Frühgeborene existieren präventive monoklonale Antikörper, die während der RSV-Saison verabreicht werden können. Seit kurzem sind auch Impfstoffe für Schwangere und ältere Erwachsene verfügbar, die einen wirksamen Schutz bieten.