james bond
James Bond wurde vom britischen Autor Ian Fleming erfunden, der 1953 den ersten Roman "Casino Royale" veröffentlichte. Fleming schrieb insgesamt 12 Romane und zwei Kurzgeschichtensammlungen über den Geheimagenten 007, bevor er 1964 verstarb. Die Inspiration für die Figur stammte aus Flemings eigenen Erfahrungen beim britischen Geheimdienst während des Zweiten Weltkriegs. Der Name "James Bond" wurde von einem amerikanischen Ornithologen übernommen, dessen Buch Fleming besaß und dessen schlichten Namen er als perfekt für seinen Agenten empfand.
Insgesamt haben sechs Schauspieler James Bond in den offiziellen EON-Productions-Filmen verkörpert: Sean Connery (1962-1967, 1971), George Lazenby (1969), Roger Moore (1973-1985), Timothy Dalton (1987-1989), Pierce Brosnan (1995-2002) und Daniel Craig (2006-2021). Jeder Darsteller brachte seinen eigenen Stil in die Rolle ein, von Connerys charismatischem Original über Moores humorvolle Interpretation bis zu Craigs dunklerer, emotionalerer Darstellung. Sean Connery gilt vielen als der definitive Bond, während Daniel Craig die Figur für das moderne Kino neu definierte und in fünf Filmen spielte.
Casino Royale von 2006 markiert einen radikalen Neuanfang der Bond-Reihe und zeigt erstmals Daniel Craig als 007. Der Film ist eine Adaption von Ian Flemings erstem Bond-Roman und erzählt die Ursprungsgeschichte, wie Bond seine "00"-Lizenz zum Töten erhält. Im Gegensatz zu früheren Filmen verzichtet Casino Royale weitgehend auf übertriebene Gadgets und präsentiert einen härteren, realistischeren und emotional verletzlicheren Bond. Die intensive Liebesgeschichte mit Vesper Lynd und deren tragisches Ende prägt Bonds Charakter nachhaltig und erklärt seine spätere emotionale Distanz zu Frauen.
Zu den charakteristischen Markenzeichen gehören der Martini "geschüttelt, nicht gerührt", die spektakulären Titelsequenzen mit kunstvollen Silhouetten, und das unvergessliche James-Bond-Thema von Monty Norman. Die Filme zeichnen sich durch exotische Schauplätze, innovative Gadgets von Q, gefährliche Schurken mit Weltherrschaftsplänen und die glamourösen "Bond-Girls" aus. Auch die Aston-Martin-Sportwagen, elegante Smoking-Auftritte und waghalsige Stunts sind feste Bestandteile der Franchise. Diese wiederkehrenden Elemente schaffen einen wiedererkennbaren Stil, der die Bond-Filme seit über 60 Jahren prägt und sie zu einem kulturellen Phänomen macht.
James Bond hat sich kontinuierlich an veränderte gesellschaftliche Normen und Zeitgeist angepasst, während der Kern der Figur erhalten blieb. In den 1960ern verkörperte er den selbstbewussten Kalten Krieger, in den 1970ern wurde er unterhaltsamer und humorvoller, während die neueren Filme ab 2006 psychologische Tiefe und Verletzlichkeit hinzufügten. Die Darstellung von Frauen wandelte sich von reinen Sexsymbolen zu ebenbürtigen, komplexen Charakteren mit eigenen Agenden. Auch die politischen Gegner entwickelten sich von sowjetischen Agenten zu Terroristen, Cyberkriminellen und privaten Waffenhändlern, was die realen weltpolitischen Veränderungen widerspiegelt.