rsv virus
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen, der besonders bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Die meisten Kinder infizieren sich bis zum zweiten Lebensjahr mindestens einmal mit RSV. Während die Infektion bei gesunden älteren Kindern und Erwachsenen meist mild verläuft, kann sie bei Säuglingen unter sechs Monaten, Frühgeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu schweren Atemwegsproblemen wie Bronchiolitis oder Lungenentzündung führen. Das Virus ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte bei Kleinkindern.
Eine RSV-Infektion beginnt typischerweise mit erkältungsähnlichen Symptomen wie Schnupfen, Husten und leichtem Fieber. Bei Säuglingen und Kleinkindern können sich die Symptome innerhalb weniger Tage verschlimmern und zu pfeifender Atmung, schneller oder erschwerter Atmung sowie Appetitlosigkeit führen. Besonders besorgniserregend sind Anzeichen wie Atemnot, bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel, starke Trinkverweigerung und ungewöhnliche Schläfrigkeit. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ähneln die Symptome meist einer gewöhnlichen Erkältung mit Husten, der mehrere Wochen anhalten kann.
RSV verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen sowie durch direkten Kontakt mit kontaminierten Oberflächen, auf denen das Virus mehrere Stunden überleben kann. Die Ansteckung erfolgt besonders leicht in geschlossenen Räumen und bei engem Kontakt mit infizierten Personen. Infizierte sind in der Regel drei bis acht Tage ansteckend, wobei Säuglinge und Menschen mit geschwächtem Immunsystem das Virus sogar bis zu vier Wochen ausscheiden können. Die Inkubationszeit beträgt meist zwei bis acht Tage, wobei die Symptome typischerweise nach vier bis fünf Tagen auftreten.
Die Behandlung von RSV ist hauptsächlich symptomatisch und umfasst ausreichende Flüssigkeitszufuhr, fiebersenkende Maßnahmen und bei Bedarf die Gabe von Sauerstoff im Krankenhaus. Bei schweren Verläufen kann eine stationäre Behandlung mit Atemunterstützung notwendig werden, spezifische antivirale Medikamente sind nur in Ausnahmefällen verfügbar. Seit 2023 gibt es neue Präventionsmöglichkeiten: eine Impfung für Schwangere zum Schutz des Neugeborenen sowie monoklonale Antikörper für Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison. Für Risikogruppen wie Frühgeborene stehen prophylaktische Antikörpergaben zur Verfügung, die schwere Verläufe verhindern können.
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist regelmäßiges und gründliches Händewaschen, besonders vor dem Kontakt mit Säuglingen und Kleinkindern. Personen mit Erkältungssymptomen sollten engen Kontakt zu Babys und Risikogruppen meiden und beim Husten oder Niesen in die Armbeuge niesen. Oberflächen wie Türklinken, Spielzeug und Handys sollten regelmäßig desinfiziert werden, da das Virus darauf mehrere Stunden überleben kann. In der RSV-Saison (typischerweise Herbst bis Frühjahr) ist es besonders wichtig, Säuglinge nicht unnötig großen Menschenansammlungen auszusetzen und auf Küssen des Gesichts zu verzichten.